Was ist eigentlich ein Muskeltest?

Der Muskeltest ist ein Biofeedbacksystem wie es auch andere gibt, z.B. Messung der Hautoberflächenspannung oder der Pulsfrequenz. Jedoch ist der Muskeltest das einzige Biofeedbacksystem, bei dem der Getestete die Veränderung am eigenen Körper spürt.

 

Er funktioniert aufgrund des Wechselspiels von Unterbewusstsein und Muskelsteuerung. Unser Unterbewusstsein reagiert auf Reize, unter anderem dadurch, dass es über das vegetative Nervensystem Reaktionen unserer Muskeln hervorruft.

 

das prinzip des muskeltests

Wird der Getestete einem Reiz ausgesetzt reagiert der Muskel mit veränderter Spannung, im Falle eines Negativreizes mit Schwächung. Das passiert, weil für einen kurzen Moment unsere willkürliche Steuerung abgeschalten wird (im Beispiel des Muskeltests, die bewusste Entscheidung den Arm oben zu halten) und unsere Muskeln von unserem Reaktionssystem gesteuert werden.

 

Diese Funktion unseres Körpers ist notwendig um in einer Gefahrensituation schnell zu reagieren, z.B. wenn man einen elektrischen Schock bekommt und die Hand schnell wegzieht, basiert dies auf diesem Prinzip. Vorallem in Flucht- oder Kampfsituationen war eine schnelle Entscheidung überlebensnotwendig.

 

der "normale" ablauf

Bei jedem Testdurchlauf sollte man vorher einen Klartest machen. Für diesen gibt es verschiedene Ausführungen und unterschiedliche Genauigkeitsstufen. Ein einfacher, jedoch nicht sonderlich genauer Vortest, ist das abwechselnde Denken an ein angenehmes und ein unangenehmes Erlebnis. Dabei sollte die "Muskelstärke" je nach Erlebnis varieren, aber bei ein und demselben Erlebnis immer gleich anzeigen.

 

Eine weitere Möglichkeit ist das Testen auf die ausgesprochenen Worte "Ja" und "Nein". Das Wort "Ja", besonders wenn es laut ausgesprochen wurde, hinterlässt im Normalfall einen positiven Eindruck bei jedem Menschen, sowie das Wort "Nein" einen Stressreiz bewirkt. Natürlich gibt es auch Personen auf die dies nicht zutrifft, in all den Jahren meiner Praxis habe ich jedoch noch keinen Menschen getroffen bei dem es nicht so war.

 

Je genauer das Testergebnis sein soll, desto genauer sollte auch der Vortest sein. In meiner Praxis wende ich daher einen ca. 10-stufigen Vortest an, wobei die Erklärung dazu hier den Rahmen sprengen würde. In reiner Laienanwendung reicht meiner Meinung nach der einfache Vortest aus, um sicher zu gehen das der Muskel reagiert.

 

Wenn der Vortest korrekt ausfällt kann man anfangen zu testen. 

 

was kann man testen?

Mit dem Muskeltest kann jeder Sinnesreiz, sowie eine Veränderung des Schwingungsraumes*, in dem sich Tester und Getesteter befinden, getestet werden. Der Muskeltest kann immer auf Entscheidungsfragen (Ja/Nein Antworten) angewendet werden, jedoch nicht auf offene Fragen. Außerdem ist es nicht möglich den Muskeltest als eine Art Orakel zu benutzen, denn es wird immer nur die individuelle Reaktion der getesteten Person angezeigt. Das bedeutet wenn man z.b. die Frage stellt "Soll ich diesen Ausbildungsweg wählen?", bekommt man als Antwort die persönliche Einstellung der getesteten Person.

 

In diesem Zusammenhang kann somit jeder Reiz auf positive oder negative Auswirkungen oder Einstellungen der Testperson getestet werden.

Gedanken die bewusst gefasst und gehalten werden haben ebenso Auswirkungen, wie mechanische Reize, z.B. in Form einer Massage. Nach kurzer Zeit adaptiert der Körper bzw. unser Unterbewusstsein diesen Reiz, somit wird er nicht mehr angezeigt.

 

* Der Mensch besteht aus 99,999999999% Raum und nur 0,000000001% sogenannter Materie, die, durch ihre Schwingung, diesen Raum füllt. Für mich ist es daher nur logisch, dass alles in diesem Schwingungsraum miteinander verbunden ist und miteinander interagiert.

der armlängentest

Der Armlängentest ist eine Variation des Muskeltests und baut ebenso auf dem Prinzip des Wechselspiels zwischen Unterbewusstsein und Muskelsteuerung auf. Hierbei sind es aber wahrscheinlich die Gehirnhälften, die einige Adaptionszeit aufgrund des Reizeinflusses brauchen und kurzzeitig unterschiedlich und unausgewogen arbeiten.

 

Im ausgeglichenen und entspannten Zustand sind unsere Arme mehr oder weniger gleich lang. Findet jedoch eine Stressreizung statt, reagiert der Körper mit der Verkürzung eines Armes aufgrund unterschiedlich stark angespannter Muskulatur. So wird jedenfalls eine mögliche Wirkweise des Armlängentests von Dr. Keding in ihrem Buch "Gesund durch analytische Kinesiologie - eine Brücke zu ganzheitlicher Heilung" erklärt.

 

"Keine dieser Erklärungen ist wissenschaftlich bewiesen und beruht rein auf der Annahme und der Erfahrung von erfahrenen Kinesiologen, die den Versuch gestartet haben, dieses Prinzip und seine Wirkweisen logisch und allgemein verständlich zu erklären."

 

der selbsttest

Der Selbsttest ist eine ebenso spannende, wie schwierige Möglichkeit, seine eigenen Stressreize aufzudecken und (Wege zu finden) sie zu behandeln. Hierbei liegt die Schwierigkeit vor allem darin, dass es kein natürliches Regulativ durch den Getesteten gibt und somit die eigenen Emotionen und Gedanken nicht durch die eines anderen Menschen ausgeglichen werden. Wodurch es schwieriger ist neutrale Antworten zu bekommen und sich nicht selbst zu überlisten, indem man die Antworten selbst lenkt. 

 

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es sehr wohl möglich ist sich selbst zu testen, jedoch nur in begrenztem Ausmaß. Wichtig ist vorallem keine Themen zu wählen, seien es körperliche oder geistige, bei denen man emotional stark beeinflusst ist. Natürlich ist man immer bis zu einem gewissen Grad emotional (bzw. hat Präferenzen), jedoch ist die Warscheinlichkeit der Richtigkeit der Testergebnisse umso höher, umso weniger man sich "einmischt".

 

Erfahrungsgemäß kann man am leichtesten stärkende oder schwächende Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel testen.

 

Um zu üben, schreiben sie die Auswahl der zu testenden Substanzen (Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, ...) auf einzelne Karten, und legen sie diese mit der Schrift nach unten auf ihren Körper.

 

 Hier ein paar Beispiele für den Selbsttest:

  • der Ringtest

Bilden sie mit Zeigefinger und Daumen beider Hände jeweils einen Ring und verhaken sie diese ineinander. Um zu testen geben sie nun einen Reiz und ziehen sie die Ringe beider Hände leicht, aber ruckartig auseinander. Sollte der Ring "reißen" deutet das auf einen schwächenden Reiz hin, wenn er hält ist er stärkend bzw. neutral.

  • der Zeigefingertest

Eine weitere Möglichkeit ist der einhändige Selbsttest, welcher zwar für viele etwas schwieriger sein wird, aber andererseits auch unauffälliger ist, was seine Anwendungsmöglichkeiten optimiert.

 

Nehmen sie den Mittelfinger ihrer bevorzugten Hand, am besten eignet sich hierfür meist die Schreibhand, und üben sie damit Druck auf das erste Gelenk unterhalb des Nagels ihres Zeigefingers aus. Bei einem Stressreiz, denken sie z.B. abwechselnd an ein besonders schönes und dann an ein sehr unangenehmes Ereignis in ihrem Leben, sollte das Nachgeben des Zeigefingers eindeutig spürbar sein.

 

Dieser Test kann, wenn er geübt wurde und gut funktioniert, sehr hilfreich bei der Auswahl der richtigen Lebensmittel, z.B. im Supermarkt sein, da man immer eine Hand frei hat um das Lebensmittel zu halten und dessen Verträglichkeit für den eigenen Körper zu testen.

  • Armlängen-Selbsttest

Auch den Armlängentest kann man an sich selbst durchführen, indem man seine Arme entspannt über die Seite nach vorne führt.

 

Ich persönlich verwende diesen Test am liebsten, da er sehr anschaulich und einfach durchzuführen ist. Wie auch beim gemeinsamen Armlängentest, variiert hier die Länge der Arme je nach Sinneseindruck bzw. -reiz.

 

Im Normalfall sollte bei einer Stressreaktion ein Arm, und zwar immer derselbe, eindeutig verkürzen, wobei bei einem positiven bzw. neutralen Reiz die Armlängen relativ ausgeglichen sein sollten. Jedoch kann auch hier die Armlänge ein wenig unterschiedlich sein.

 

Probieren Sie es aus, experimentieren und spielen Sie mit den verschiedenen Testverfahren und mit verschiedenen Sinnesreizen.

 

Der Muskeltest ist ein ausgeklügeltes Testverfahren, basierend auf einem komplizierten Naturprinzip; seien Sie also nicht enttäuscht wenn es nicht auf Anhieb funktioniert, auch ich musste einige Jahre lernen und üben, bis ich eindeutige, vertrauensvolle Ergebnisse bekam.

 

Viel Spaß mit den Übungen und kommentieren sie Ihre Erfahrungen! 

 

Alle Blogeinträge beruhen auf persönlichen Sichtweisen und Erfahrungen und sind wissenschaftlich nicht bewiesen.